Donnerstag, 10. April 2014

Minus 48

Zahlenspiele


Drei Elstern, Spitzbubenblick, streiten sich um ein totes stück blaues plastik, drüber rauscht die gelbe u1 nach prenzlauer berg. A. sagt, sie empfindet die strassenatmosphäre dort immer wie "lüneburg am samstagvormittag". Auch nicht wirklich ein ritterschlag.

Drüber dröhnen "Two Princes". 




Remember? Das waren noch ganz andere spindoktoren. Und heute? Da fasst die bundesarbeitsministerin in der pressekonferenz nach eigenen worten den erfolg "ihres" mindestlohngesetzes so zusammen: "für die menschen in unserem land ist der mindestlohn mit drei worten zu beschreiben: Mindestlohn gleich Drei Euro Fünfzig!" Ganz genau, DREI WORTE.

Ich hingegen halte es mit Fela Kuti's VIP - Vagabondes in Power




Nicht mehr lange und wir sind sulla strada per l'italia

Montag, 7. April 2014

Minus 47

Change of plan


Künftig nur noch wochenzusammenfassung, muß mir nicht den stress machen, jeden tag über einen eintrag nachzudenken - selbst wenn ich keinen verfasse. Los geht's! 

A. kommt nach berlin, endlich wieder eine gelegenheit, rotes, blutiges fleisch zu essen, selbst S. sagt, es sei auch mal gut mit der vegetarierei. Am nächsten tag steht's in der zeitung: Veganes essen auch nicht gesünder als der rest. 

Restliches wochengepläschere, aufgehellt nur durch BMs vorgestellte reisepläne, Paris, Halle und Vancouver. Das nenn' ich mal ambitioniert. Kollege SB und ich beschließen lyrik zu generieren und ins netz zu stellen, antidot zu lyrikbloggern. 

Am donnerstagabend erzählt der onkel, nach den üblichen suaden zu rente und krankheiten, daß er auch - noch einmal ! - in die us of a wolle, ihn aber die grenzkontrollen abhalten. Naja, entweder man gibt seinen wünschen nach oder eben nicht. Gosto will 'ne wurst, der onkel auch. 

Und so kommt es: Dreimal gelb, leuchtend, vor dem fenster. Einige versprengte blausterne und der achim-vera-kirschbaum blüht, als gebe es keine morgen. 

Die vorfreude auf Serventin ist beinahe schon euphorisch; alle meine sinne justieren sich auf den süden. Die bloße vorstellung - imagination - der gerüche, geräusche und des lichts läßt mich lächeln. E. kommt heute mit auf's land und ich freue mich auf nicht alterskohorten gemäße gespräche. Nur rente und krankheit tragen keinen tresenabend.


 Nur so ein gedanke im westpark zwischen all den jogger- und strechterinnen: Warum halten alle (!) ein streicheltelephon in der hand?

Sonntag, 30. März 2014

Minus 46

Nebel

über veilchen, sonne scheint auf's spechtloch, meine laune ist trotzdem gut, es wird wärmer.

Beim spaziergang durch den russenwald stellen wir fest, wie effizient wohngebäude für einige tausend leute abgetragen und zu bodenbelag verarbeitet werden. Und dann?

Wäre da noch die erkenntis, daß die welt doch voller idioten ist und sich gerade in der dialektik des eigenen (idioten-)seins große erkenntis offenbart. Sagt der sohn von Kaspar König im sz-magazin: "Damals wußte kein mensch, was ein kurator ist." Ja! geht mir heute noch so! Und dennoch "Als ich älter wurde, fand ich die partys der künstler am besten." Sagt der König sohn. Soso! Was lernen wir daraus? 

Nachdem der vater in Frankfurt an der Städelschule unterrichtete, war auch klar "was ein kurator ist" und weil die künstlerparties die besten waren/sind, eröffnet man - Johannes König - eine galerie und wird sein eigener kurator. Und das man selbst, Johannes, fast blind ist, wird auch zur geschichte, nicht etwa des nichtsehens sondern zur begründung des kuratierens.

Shit, playing with blinds just hurts.

Donnerstag, 27. März 2014

Minus 45

Frühling?

Irgendwie, eine tendenz vielleicht, eine ahnung, aber frühling? Was schert's den städter und die städterin samt angehängten blagen? Nichts!

Vor den eiscafes und den latte-läden stauen sich die neuesten kinderwagenmodelle, yannick und elsa rennen eisversessen blind über die bürgesteige und passt man selbst nicht auf, schreit einem doch sofort eine sonnenbrille verhaltensregeln zu. Klamotten an und gesichter aufgesetzt als befände man sich am campo di fiori bei römischen 20 grad. Es sind aber nur 9, der campo heißt akazienstrasse, und es sind angestrengte hipstereltern.

Frühling?

Alles, was auf rädern unterwegs ist, bewegt sich wie auf speed oder meth, der individualismus feiert fröhliche urständ und man selbst kommt sich immer älter vor, nur weil man selbst doch ein wenig rücksicht noch walten lassen will.

Also frühling! Shit!

Da wünscht man sich doch nach jenseits des van allen gürtels oder wenigstens in die milchstrasse.



Mittwoch, 26. März 2014

Minus 44

Hier ein guter 

denn manchmal lernt man an stellen dazu, an denen man es nun wirklich nicht für möglich hielt. Mußte mich heute beruflich mit einem parteipolitischen erguß zu traumazentren für unter "postnataler depression" leidenden frauen auseinandersetzen.

Jaja, ich weiß, starker tobak, aber so ist das halt. Habe also nun gelernt, daß es diese spezifische depression gibt und, mehr noch, auch die postnatale psychos (dazu ein ander mal).

Offener mensch der ich bin teile ich mein neues wissen mit meinem alten freund e. Sein kommentar ist mehr als erhellend: "Postnatale depression? Kenn' ich, ich bin seit meiner geburt traurig!"

This is just to say....

Sonntag, 23. März 2014

Minus 43

Freitag, Samstag, Sonntag 

mit whisky-, politik- und familienpsychologisch geschwächtem kopf hinaus auf's land. 
Es geht doch nichts über mittagsschlummer, die welt sieht danach auch nicht anders aus aber der schleier im kopf lichtet sich. 

Immer noch Sky Below im kopf, colours to the blind, nicht das neueste aber offenkundig habe ich in den neunzigern der populärmusik wenig aufmerksamkeit gewidmet. 

Zeichen der sich abschließenden wiedervereinigung: Der letzte ddr-bäcker schließt in fb seinen laden, schade, waren prima ddr-schrippen und ein herrlich gestriger laden, keine latte, kein stehkaffee und die liebenswürdige verkäuferin trug mit großer würde blümchengemusterte zonen-kittelschürzen. Was ein alternativprogramm zu den gegenderten, vermeintlich modebewußten frauen, die mir tagtäglich über den weg laufen. Und kochen geschweige denn backen können die auch nicht. 

Freudenfeuer im garten, freude über den gewonnenen platz und die hitze ist übermäßig. S. pflanzt blaue bomben und berichtet freudig, daß das "hörnle" wieder durch den garten turnt. Bei der fahrt ins benachbarte lychen fällt uns auf, daß im norden brandenburgs von frühling noch kaum die rede sein kann. Zwar schlagen die finken wie verrückt und die forsythien geben ihr bestes aber im wald ist es noch eher wintergraubraun. 

Scahills inside zu blackwater läßt mich schlecht schlafen, die penetration der demokratie durch die mächte der wirtscharft ist weiter fortgeschritten, als ich dachte. Es zeigt sich, daß die konservativen think tanks vor allem in den us of a mit ihren ansätzen der erodierung des staatswesens weiter vorangekommen sind. Und immer noch macht auch bei uns das gespenst die runde, privat sei besser als staatlich. Wie schreibt Scahill?
"While radical privatization is having a devastating impact throughout society, the privatization of the war machine has been lethal"



Da helfen auch keine Sicherungsbojen

Donnerstag, 20. März 2014

Minus 42

Was bleibt?

nach so einer woche kaum etwas - durchatmen, raus auf's land