Donnerstag, 10. April 2014

Minus 48

Zahlenspiele


Drei Elstern, Spitzbubenblick, streiten sich um ein totes stück blaues plastik, drüber rauscht die gelbe u1 nach prenzlauer berg. A. sagt, sie empfindet die strassenatmosphäre dort immer wie "lüneburg am samstagvormittag". Auch nicht wirklich ein ritterschlag.

Drüber dröhnen "Two Princes". 




Remember? Das waren noch ganz andere spindoktoren. Und heute? Da fasst die bundesarbeitsministerin in der pressekonferenz nach eigenen worten den erfolg "ihres" mindestlohngesetzes so zusammen: "für die menschen in unserem land ist der mindestlohn mit drei worten zu beschreiben: Mindestlohn gleich Drei Euro Fünfzig!" Ganz genau, DREI WORTE.

Ich hingegen halte es mit Fela Kuti's VIP - Vagabondes in Power




Nicht mehr lange und wir sind sulla strada per l'italia

Montag, 7. April 2014

Minus 47

Change of plan


Künftig nur noch wochenzusammenfassung, muß mir nicht den stress machen, jeden tag über einen eintrag nachzudenken - selbst wenn ich keinen verfasse. Los geht's! 

A. kommt nach berlin, endlich wieder eine gelegenheit, rotes, blutiges fleisch zu essen, selbst S. sagt, es sei auch mal gut mit der vegetarierei. Am nächsten tag steht's in der zeitung: Veganes essen auch nicht gesünder als der rest. 

Restliches wochengepläschere, aufgehellt nur durch BMs vorgestellte reisepläne, Paris, Halle und Vancouver. Das nenn' ich mal ambitioniert. Kollege SB und ich beschließen lyrik zu generieren und ins netz zu stellen, antidot zu lyrikbloggern. 

Am donnerstagabend erzählt der onkel, nach den üblichen suaden zu rente und krankheiten, daß er auch - noch einmal ! - in die us of a wolle, ihn aber die grenzkontrollen abhalten. Naja, entweder man gibt seinen wünschen nach oder eben nicht. Gosto will 'ne wurst, der onkel auch. 

Und so kommt es: Dreimal gelb, leuchtend, vor dem fenster. Einige versprengte blausterne und der achim-vera-kirschbaum blüht, als gebe es keine morgen. 

Die vorfreude auf Serventin ist beinahe schon euphorisch; alle meine sinne justieren sich auf den süden. Die bloße vorstellung - imagination - der gerüche, geräusche und des lichts läßt mich lächeln. E. kommt heute mit auf's land und ich freue mich auf nicht alterskohorten gemäße gespräche. Nur rente und krankheit tragen keinen tresenabend.


 Nur so ein gedanke im westpark zwischen all den jogger- und strechterinnen: Warum halten alle (!) ein streicheltelephon in der hand?

Sonntag, 30. März 2014

Minus 46

Nebel

über veilchen, sonne scheint auf's spechtloch, meine laune ist trotzdem gut, es wird wärmer.

Beim spaziergang durch den russenwald stellen wir fest, wie effizient wohngebäude für einige tausend leute abgetragen und zu bodenbelag verarbeitet werden. Und dann?

Wäre da noch die erkenntis, daß die welt doch voller idioten ist und sich gerade in der dialektik des eigenen (idioten-)seins große erkenntis offenbart. Sagt der sohn von Kaspar König im sz-magazin: "Damals wußte kein mensch, was ein kurator ist." Ja! geht mir heute noch so! Und dennoch "Als ich älter wurde, fand ich die partys der künstler am besten." Sagt der König sohn. Soso! Was lernen wir daraus? 

Nachdem der vater in Frankfurt an der Städelschule unterrichtete, war auch klar "was ein kurator ist" und weil die künstlerparties die besten waren/sind, eröffnet man - Johannes König - eine galerie und wird sein eigener kurator. Und das man selbst, Johannes, fast blind ist, wird auch zur geschichte, nicht etwa des nichtsehens sondern zur begründung des kuratierens.

Shit, playing with blinds just hurts.

Donnerstag, 27. März 2014

Minus 45

Frühling?

Irgendwie, eine tendenz vielleicht, eine ahnung, aber frühling? Was schert's den städter und die städterin samt angehängten blagen? Nichts!

Vor den eiscafes und den latte-läden stauen sich die neuesten kinderwagenmodelle, yannick und elsa rennen eisversessen blind über die bürgesteige und passt man selbst nicht auf, schreit einem doch sofort eine sonnenbrille verhaltensregeln zu. Klamotten an und gesichter aufgesetzt als befände man sich am campo di fiori bei römischen 20 grad. Es sind aber nur 9, der campo heißt akazienstrasse, und es sind angestrengte hipstereltern.

Frühling?

Alles, was auf rädern unterwegs ist, bewegt sich wie auf speed oder meth, der individualismus feiert fröhliche urständ und man selbst kommt sich immer älter vor, nur weil man selbst doch ein wenig rücksicht noch walten lassen will.

Also frühling! Shit!

Da wünscht man sich doch nach jenseits des van allen gürtels oder wenigstens in die milchstrasse.



Mittwoch, 26. März 2014

Minus 44

Hier ein guter 

denn manchmal lernt man an stellen dazu, an denen man es nun wirklich nicht für möglich hielt. Mußte mich heute beruflich mit einem parteipolitischen erguß zu traumazentren für unter "postnataler depression" leidenden frauen auseinandersetzen.

Jaja, ich weiß, starker tobak, aber so ist das halt. Habe also nun gelernt, daß es diese spezifische depression gibt und, mehr noch, auch die postnatale psychos (dazu ein ander mal).

Offener mensch der ich bin teile ich mein neues wissen mit meinem alten freund e. Sein kommentar ist mehr als erhellend: "Postnatale depression? Kenn' ich, ich bin seit meiner geburt traurig!"

This is just to say....

Sonntag, 23. März 2014

Minus 43

Freitag, Samstag, Sonntag 

mit whisky-, politik- und familienpsychologisch geschwächtem kopf hinaus auf's land. 
Es geht doch nichts über mittagsschlummer, die welt sieht danach auch nicht anders aus aber der schleier im kopf lichtet sich. 

Immer noch Sky Below im kopf, colours to the blind, nicht das neueste aber offenkundig habe ich in den neunzigern der populärmusik wenig aufmerksamkeit gewidmet. 

Zeichen der sich abschließenden wiedervereinigung: Der letzte ddr-bäcker schließt in fb seinen laden, schade, waren prima ddr-schrippen und ein herrlich gestriger laden, keine latte, kein stehkaffee und die liebenswürdige verkäuferin trug mit großer würde blümchengemusterte zonen-kittelschürzen. Was ein alternativprogramm zu den gegenderten, vermeintlich modebewußten frauen, die mir tagtäglich über den weg laufen. Und kochen geschweige denn backen können die auch nicht. 

Freudenfeuer im garten, freude über den gewonnenen platz und die hitze ist übermäßig. S. pflanzt blaue bomben und berichtet freudig, daß das "hörnle" wieder durch den garten turnt. Bei der fahrt ins benachbarte lychen fällt uns auf, daß im norden brandenburgs von frühling noch kaum die rede sein kann. Zwar schlagen die finken wie verrückt und die forsythien geben ihr bestes aber im wald ist es noch eher wintergraubraun. 

Scahills inside zu blackwater läßt mich schlecht schlafen, die penetration der demokratie durch die mächte der wirtscharft ist weiter fortgeschritten, als ich dachte. Es zeigt sich, daß die konservativen think tanks vor allem in den us of a mit ihren ansätzen der erodierung des staatswesens weiter vorangekommen sind. Und immer noch macht auch bei uns das gespenst die runde, privat sei besser als staatlich. Wie schreibt Scahill?
"While radical privatization is having a devastating impact throughout society, the privatization of the war machine has been lethal"



Da helfen auch keine Sicherungsbojen

Donnerstag, 20. März 2014

Minus 42

Was bleibt?

nach so einer woche kaum etwas - durchatmen, raus auf's land

Minus 41

Ganz wenig

um in würde zu altern:



Und doch so schwierig für viele

Sonntag, 16. März 2014

Minus 40

Wind

verstärkt die unschärferelation, vor allem beim sehen, die natur jedoch wird lauter, bei de Toqueville schreit sie in die stille, die das sinnkonditionierte ohr empfindet.

Die märkischen kiefern vor meinem fenster beugen sich dem wind, dem sturm, sie zelebrieren ihre biegefähigkeit im orkanischen luftkonzert. Der ton schwillt an und ab, den kontrapunkt bilden die in schneller abfolge sich darüberlegenden fetzen von sonnenlicht.

Der reisende findet keine spuren seiner französischen landsleute auf der insel im oneida, umso stärker prägt sich ihm der zufluchtsort ein. de Toqueville sucht kein paradise lost, er zeigt die gewaltigen einflüsse der zivilisation selbst in den entlegensten winkeln amerikas ohne sie zu beklagen, denn er weiß, dies ist der pfad der entwicklung.

Derweil stürmt es im nordbrandenburgischen was das zeugt hält. S. flüchtet vor der gartenarbeit aus angst, sie würde weggeweht. Es zeigt sich erstes gelb an des forsytien, zart nur, aber immerhin.



Donnerstag, 13. März 2014

Minus 39

Mal sehen

die erste woche nach längerem ausfall ist rum, anja bietet argentinisches angus als mietzahlung an, s. ist in ihrer ausgewogenheit ein wahrer sonnenschein und b. quält sich mit ähnlichen unsicherheiten, wie sie mich die letzten wochen auf trab hielten.

Entscheidend ist jedoch, daß der allmediale strafprozess gegen den wurstfabrikanten aus bayern mit einer haftstrafe endet und damit endet auch hoffentlich die bigotte berichterstattung samt postings und kommentierungen. Witzig fand ich, daß im zuge des strafverfahrens und der public coverage niemand mal auf die idee kam, zu fragen, ob die zugrunde gelegte gier als movens des wurstfabrikanten nicht systemisch angelegt ist.

Seit guten zwanzig jahren, jaja, rot/grün, tobt der sozialstaatvernichtende individualismus derer, die früher mal als aufsteiger bezeichnet wurden in tateinheit mit den austeritätsapologeten. Kein wunder, daß sich die, die ohnehin genug haben, legitimiert sehen dies auf kosten der anderen noch weiter zu mehren. Eine politik, die sich samt und sonders der finanzierungsminimierung durch steuerentlastung der eliten verschrieben hat, bringt dann solche kinder hervor.

Währenddessen diskutieren von quotenfrauen dominierte arbeitskreise diskriminierungsfragen und verleugnen dabei die strenge realität, die im parlamentarischen durchsetzungsprozess nur noch solch "weiche" themen erlaubt. Wie sagte der wiesengrund? Es gibt kein richtiges bewußtsein im falschen leben. Gültige wahrheit.

So sieht das paradies dann auch aus:

Dienstag, 11. März 2014

Minus 38

Sonne über preussischem Sandstein

ich sitze über wichtigen beruflichen Fragen und nebenher läuft ein interview mit dem immer noch bewundernswerten joe jackson. Ein abend auf krücken kommt mir in den sinn, an die pa gelehnt in der columbiahalle und als er endlich "is she really goin' out with him" anstimmt, mit brillianter, weil ursprünglicher, band, da weiß ich, daß schlimmste nach dem unfall ist überstanden und hier beginnt das leben nun wieder.

Meine gedanken driften zurück zum laufenden interview und ich breche in spontanes gelächter aus. Die frage nach seinen musikalischen ursprüngen beantwortet er mit "i started violin lessons to escape school sports" und da ist es wieder, die kraft seiner reflexionsfähigkeit. Nein, nicht "i got my first real six string" und ähnlicher kitsch sondern ein profunder pragmatismus.


It wasn't until i went to the royal acadamy that i realised i am working class.

Samstag, 8. März 2014

Minus 37


Endlich!

That summer fields grew high with foxglove stalks and ivy,
Wild apple blossoms everywhere emerald green.

Okay, okay, es ist kein sommerfeld, es ist nicht fingerhut und auch nicht efeu, von apfelblüte ganz zu schweigen, dem smaragd grün kommt es aber nah und es riecht und sieht nach frühling aus und es ist leicht, leicht, leicht.




Und das beste: keine sonnenbrillen, keine superkinderanhänger, keine idioten....only real hardware


Donnerstag, 6. März 2014

Minus 36

Ein schöner tag

denn der Tagesspiegel - für alle, die ihn nicht kennen, daß ist eine angebliche qualitätstageszeitung aus der hauptstadt, vermeldet eine tektonische verwerfung in der selbstverständnistopographie berlins:


Oh weh, nach ein wenig mehr als zwanzig jahren der hysterischen versuche, in die vermeintliche weltliga der metropolen aufzusteigen jetzt das! 

Das Berghain nicht mehr bester club der welt! Für nicht-berliner zur erklärung, das ist eine disko, die berlin an die münchner einlasskontrollen gewöhnt hat. Natürlich nur, um möglichst keine spiesser hinein zu lassen.

Der tagesspiegel fragt jedoch, ob eine metropole (sic!) dauerhaft den charme des unfertigen und anarchischen bewahren kann und verweist auf so kleinbürgerliche idyllen wie die prinzessinengärten am moritzplatz als ökologisch-sozialen utopia-selbstversuch. Ja, mit bindestrich!

Als ob nach fast 200jähriger kleingartenevolution nicht dort schon die utopia dem entfesselten spiessertum gewichen ist. So wie das berghain immer schon der spielplatz metropolitaner spiesser war.

Ich auf jeden fall freue mich fürderhin dem abschwellenden bocksgesang auf vegane hipster lauschen zu dürfen und vielleicht treibt das mittelfristig auch all die hippen sonnenbrillenmanufakturen in die insolvenz.


Don't you ever wash that thing?


Mittwoch, 5. März 2014

Minus 35

Dialektik der aufklärung


ein veganes brötchen vom biobäcker mit italienischer mortadella.

Kalendereintrag vom 21. Juli 1996: Frühstück im norfolk, durch regen und nebel über den rand des rift valley runter nach nakuru, hühnchen und piripiri im midland hotel, dann durch teeplantagen mit roten haaren richtung homa bay, fish+chips+tusker+entertaining music we call it im hippo buck. Was für tage....



Montag, 3. März 2014

Minus 34

City hipster skills

Bart wachsen lassen nützt nichts, es fehlen die richtigen klamotten, dass gefakte retro-rennrad, und so fort, und so fort. Allein, ich könnte in den neuen SMEG-shop in der kantstrasse gehen und mich dort ausstatten lassen.

Nun, nicht mich, nur meine küche. Aber dort findet man sie, all diese retro-gemahnenden geräte, don draper hätte seine freude daran, in all diesen bonbonfarben, die einen anschreien "so bist du!". Dann doch besser doch nicht....

Freitag, 28. Februar 2014

Minus 33

Firmware

nur der bequemlichkeit geschuldet

Donnerstag, 27. Februar 2014

Minus 32

Verrückt?

Schon mal nachmittags zwischen 15.00 und 17.00 uhr durch die angeblich bürgerlichen bezirke - wilmersdorf, charlottenburg u.ä. - gefahren? Nicht? Würde ich als kultur-anthropologische erfahrung durchaus in erwägung ziehen. Das john le carresche "The US have gone mad" müßte erweitert werden.

The US? Alle! Gut, buschmänner sicher nicht und die überwiegende mehrzahl der turkana auch nicht, aber die leben nur in geringer zahl, wenn überhaupt, in berlin.

Das gewimmele blingblingender mütter mit ihren ausgreifenden suvs, zwei isofix-kindersitze auf der rückbank, ihre blagen - jana, felix etc. - einpackend, hat etwas derart deprimierendes, daß der angriff george w. bushs auf den irak wie ein notwendiges übel erscheint.

Friedenszeiten, so schön sie sind, haben etwas geradezu athrophisches.

Mittwoch, 26. Februar 2014

Minus 31

Changes

Aus dem sehr guten 11Freunde-Heft 50 Jahre Bundesliga

11Freunde:
Sehr geehrte Herren, Ihre Lehrmeister waren zwei der bedeutendsten Trainer der Bundesligageschichte: Ernst Happel und Branko Zebec. Wären die beiden heute noch als Erstligatrainer denkbar?
(Holger) Hieronymus:
Das habe ich mich oft gefragt. Mit Ernst würde es wohl besser funktionieren als mit Branko.
(Horst) Hrubesch:
Ernst hätte heute keine Probleme.
11Freunde:
Er müsste aber das Rauchen einstellen.
(Jürgen) Milewski:
Die Spieler allerdings auch.
11Freunde:
Sie haben geraucht?
Milewski:
Und wie. Ich erinnere mich an ein Spiel auf Schalke. Als wir dort aus dem Bus stiegen, haben uns die Leute gefragt, ob es im Innern des Wagens gebrannt habe. Vorne saß der Alte und hat Kette gequalmt, hinten saßen die Kartenspieler und standen ihm in nichts nach.

Personal note: Ich bin kein fan des hsv, aber hier wird so allerlei auf den punkt gebracht!


Und dann noch:


S. sagt, sie findet smartphones toll, nicht weil sie den funktionen persönlich etwas abgewinnen kann, nein, in u-bahn und bus ist es ruhiger geworden, die leute wischen und tippen mehr als das sie telefonieren.

Dienstag, 25. Februar 2014

Minus 30

There is more to come soon

Like this:

Wir machen den weg frei - wie erfahrung, reflexion, intellekt und zusammenhänge aus dem werden in der politik verdrängt wurden.

Positives denken als möglichkeitsmaschine jenseits aller möglichkeiten oder besser gesagt die ewige wiedererfindung der möglichkeit ohne grundausstattung. In der sz vom vergangenen wochenende schreibt Thomas Steinfeldt über das "Positive Thinking". Sehr erhellend, seit knapp 150 jahren - ein schelm, der hier koinzidenzien sieht - besiedeln mystiker der besonderen art die intellektfreien räume der "zahllosen schismen um ein- und dasselbe prinzip (….): um den glauben, dass gedanken dinge seien - thoughts are things - und also nicht nur bestandteil der dinglichen welt, sondern, eben weil im grunde von epiphanischem charakter, immer auch mögliche agenturen der weltveränderung". (sz nr. 44, 22./23. februar 2014).

Schlagartig wird mir klar, was in den abteilungen, kreisen und übergeordneten verbandsstrukturen der parteien abgeht. Es ist die sammlung ich-zentrierter erfahrungsloser gesell/inn/nen mit ausgeprägtem bewußtsein, das alles möglich ist. "Just do it"! als referenz des politischen.

Der neugewählte italienische ministerpräsident stellt dann auch sein neues kabinett mit dem hinweis auf die juvenilität und die geschlechterparität der kabinettsmitglieder vor. "Yes, we can" statt erfahrung, oder ist es mehr das "Think and grow rich"?

Es mag ja im profifussball angehen, daß 17jährige in zwei jahre dauernden crashkursen zu veritablen fussballspielern in den profiligen heranreifen, ob aber endzwanziger auf dem diplomatischen parkett nur qua des "Gesetzes der Anziehung" (Prentice Mulford) schon tauglich sind, darf bezweifelt werden.

All der zweifel nutzt aber nichts, wenn die politischen agenturen von einer generation (kreissaal, hörsaal, plenarsaal) mangels alternativen in der anderen welt gehijackt werden. Konsequenterweise führt das dann - nicht zuletzt der manglenden transparenz des auswahlverfahrens von kandidaten wegen - zu personellen entwicklungen, deren umgangsformen und inhaltliche qualitäten durch sogenannte "social networks" und das auch dort transportierte "positive thinking" geprägt sind. Es herrscht die diktatur des "LIKENS".

Montag, 24. Februar 2014

Minus 29

It's the arts!

Für alle jene dort draussen, die wissen: ich bin nicht arthur two sheds jackson aber hat nicht beuys gesagt, dass so ziemlich alles kunst sei?

Nun denn:



Equipe mit kubus

Sonntag, 23. Februar 2014

Minus 28

American Sunday - 


cheesburger im bahnhof und dann bewegung, bewegung, bewegung. Grossstadt am sonntagmorgen, biertrinker, damen und mädchen mit hunden, joggerinnen und dann doch auch schon ein paar hausmeister….alle unter der gleichen sonne.





Samstag, 22. Februar 2014

Minus 27

Drei

gelbe winterlinge im frühen sonnenschein, rauhreif, nebel und der see wie ein spiegel, zurück in die stadt durch dunstüberhangene moränen, wieder ein samstag.



Mist, da habe ich mich wohl um 6000 kilometer vertan?

Abends dann: Telecaster, kontrabass und eine dame, die wie sadé klingt, denke anfangs noch, das könnte etwas werden doch dann wird's doch wie erwartet: schönebergmäßig mittelprächtig bis schlecht. M. vergleicht die dame mit joni mitchell, da muß ich dann doch zugunsten von heja eingreifen. Hätten doch ins quasimodo gehen sollen.

Freitag, 21. Februar 2014

Minus 26

Und weg

endlich, hinaus

Donnerstag, 20. Februar 2014

Minus 25

Here's to now


grundsätzlich ein gutes motto aber nicht heute, nach einer odysse durch die neue mitte der hauptstadt: fragen über fragen. What's it all about, oder anders gesagt, warum kommen alle diese leute nach berlin? Auf einer riesigen fläche wird in ermangelung von ich weißnicht was ein riesenerlebnispark von monstrositäten errichtet, daß es einen nahezu vom fahrrad fegt.

Und doch, alle finden's gut, eine info-box nach der anderen, hinweise über hinweise die auf trivialitäten hinweisen, hier ein tunnel für die u-bahn, dort ein betonfundament für eine riesige phantasmagorie namens humboldt-forum und malls, malls, malls, but only for cheapness.

Here's not to now, sondern auf das gewesene....


Mittwoch, 19. Februar 2014

Minus 24


Cherry Tree - NYC 1987

Over your shoulder, please don't mind me 
if my eyes have fallen onto your magazine 
for I've been watching and wondering 
why your face is changing with every line you read.



Mittags in der u-bahn zwischen rüdesheimer und heidelberger platz

"Wir gehen zur tür, steigen alle aus und folgen Natalie!" Aufforderung einer kindergärtnerin an ihre kleinen, aber ihr hättet Natalie sehen müssen, groß, streng zurückgekämmtes schwarzes haar, ich war kurz versucht auch auszusteigen.

Dienstag, 18. Februar 2014

Minus 23

Herzschlag?

Der puls rast seit tagen, zunächst die berichte, enthüllungen. Alles riecht vom ersten moment an nach politischer intrige. Der abgeordnete E. hat sich bilder besorgt, die nicht viele sich besorgen würden und die trotzdem nach einschätzung der staatsanwaltschaft keine strafrechtliche relevanz haben. 

Aber, die richtigen kampfbegriffe richtig eingesetzt, wohlgemerkt, nicht validiert und schon jagt eine eilmeldung die andere. Die sogenannten sozialen netzwerke verstärken das empörte grundrauschen und ich kann mich des eindrucks nicht erwehren, daß hier eine inszenierung ganz anderen ausmaßes stattfindet.

Hier versucht ein parteivorsitzender die lufthoheit über den stammtischen zu erlangen.


Montag, 17. Februar 2014

Minus 22

Montag

Was soll einem da schon einfallen? Mal wieder ein vertrauensbekenntnis der schlimmsten frau der republik, ach, oben auf dem telefunkenhaus, wow, möchte nochmal student sein:




Und b. liest jetzt auch den herrndorf....

Sonntag, 16. Februar 2014

Minus 21

Sonntag

Auf dem rad durch den wind, sozialbaugroßsiedlungen, eisackstrasse, ceciliengärten, bergheimer platz, weimarsche straße, alles bebaut in der ersten hälfte des letzten jahrhunderts, sinnvolle, an einkommensverhältnissen orientierte gemeinwohlorientiert staatliche wohnungsbaupolitik, verdichteter stadtraum, bezahlbar, zentral.

Und heute?

Urban villages, townhouses, luxuslofts und -apartments, ermöglicht durch steuerfinanzierte erleichterungen für investoren, and for what? Damit immer weniger immer angenehmer pro quadratmeter leben können und sollen. Segregation im schlimmsten wortsinne.

Euch allen noch einen schönen sonntag 

Samstag, 15. Februar 2014

Minus 20

Berlin(ale) in den letzten zügen:

Mittags, die straßen vollgestopft mit autos, die die lebensmittel aus den bio-supermärkten nach hause bringen. Im park am gleisdreieck spielen kinder fußball und selbst vorm spiegelzelt stehen noch zwei typen mit plastikkärtchen um den hals....

Ansonsten ruhe, ruhe, ruhe, auf dem fahrrad kommt mir die szene im flussbett nördlich von chepararia in den sinn, alles beten half dem amerikanischen christen - i am saved - nicht, als sein landcruiser dem original unterlag. Beim erwachen am neujahrsmorgen 2005 stellte ich fest, daß unser offenes bett 20 meter über dem fluss hing. Und was für ein fest für die ohren!





Freitag, 14. Februar 2014

Minus 19

About philosophers and other buggers:

Eigentlich nicht mein stil, aber diesen kleinen disput - gelesen auf facebook - möchte ich doch nicht für mich behalten:

Der ursprungspost war die frage "wohin eine naturwissenschaftlerin regiert", die unmittelbare antwort die, das:

"Jesus - warum nur wird immer der vermeintliche zusammenhang zwischen regierungsinhalten und der profession der angeblichen kanzlerin hergestellt? Ein zusammenhang zwischen den gästelisten irgendwelcher diners im kanzleramt und zu fällenden entscheidungen erscheint mir viel evidenter."

Daraufhin wurde folgendes erklärt:

"Sie ist tatsächlich Kanzlerin und de facto Kaiserin in Europa und wer dies verkennt, wird wenig daran ändern, wer ihre Wurzeln nicht sieht und lieber Verschwörungstheorien strickt, kommt auch selten über den Teller des eigenen beschränkten Horizonts hinaus."

Woraufhin erwidert wurde:

"Wenig ändern woran? Daß sie kanzlerin ist? Dies funktioniert meines wissens nach nur über entweder ein konstruktives mißtrauensvotum oder einen bruch der koalition. Seh' ich nicht am horizont.
Außerdem: Diese (https://netzpolitik.org/.../exklusiv-die-offizielle.../) liste hat wenig mit physik zu tun und noch viel weniger mit verschwörung.
Ein letztes: Die exegese meiner posts in dieser gruppe hilft vorab, bewertungen, wie sie dir wohl schnell aus der feder fließen, treffsicherer zu gestalten. Aber klar, wer liest schon gerne!"



Dies brachte den initiator dann vollständig auf die palme:

"Lächerliche Kleinigkeiten gemessen am Kontext aber natürlich nimmt sich jeder lieber selbst am wichtigsten. Geht es um Politik und den Umgang mit ihr oder ein naives Mantra der Unterwerfung?"

Darauf beschloss der angesprochene mit einem letzten kurzen ratio-anfall das ganze auf sich beruhen zu lassen:

"Mit dem wichtig nehmen hast du - selbstreferentiell - völlig recht.

Ob man verfassungsrechtliche grundprinzipien als lächerliche kleinigkeiten bezeichnet bleibt dir unbenommen. Was nun das naive mantra der unterwerfung betrifft: Wo, in welcher form, wann? Mich beschleicht der verdacht, daß du es mit den ableitungen nicht so ernst nimmst, dafür aber den hackeschen wortstoffhof über die maßen bereicherst.

Schöner wäre es, du nähmest den inventor des flaneurs ernst: <quote>Den Flanierenden leitet die Straße in eine entschwundene Zeit. Ihm ist eine jede abschüssig.
Sie führt hinab, wenn nicht zu den Müttern, so doch in eine Vergangenheit, die um so bannender sein kann als sie nicht seine eigene, private ist. Dennoch bleibt sie immer Zeit einer Kindheit.<unquote>

Aber wie gesagt, dazu muss gegraben, gelesen, gesichtet werden und dies ist offensichtlich nicht jedermanns sache.

"Politik und der Umgang mit ihr"?

Nicht jede syntaktisch und grammatikalisch fehlerfreie formulierung birgt einen inhalt. Wenn schon mit "ihr" umgegangen wird, dann doch im sinne der politiea und der republikanischen (ACHTUNG, hier ist nicht die GOP gemeint) idee. Und hier entsteht die frage "wer sind die handelnden und welche beziehungen treiben ihr handeln an"?

Beispiel: Eine(n) kanzler(in) in entscheidungsfragen auf seine/ihre ursprüngliche profession zu reduzieren bedeutet auch, existierende strukturen (neudeutsch: netzwerke) nicht wahrzunehmen (zu wollen). Entscheidungen werden dann singulär auf die entscheidende person reduziert, a man's gotta do what a man's gotta do.

Wenn nun von anderer - naiver, wie du meinst - seite auf einfluss nehmende strukturen hingewiesen wird, ist dies ein reflex auf die sich breit machende individualisierung auch von bewertungen, die, losgelöst von gesellschaftlichen analysen, letztendlich gar nicht mehr versuchen, zusammenhänge zu reflektieren sondern nur noch in pawlowscher manier den erstbesten stock anbellen und damit alles erfasst zu haben glauben.

Wenn also naiv all das ist, was nicht von dir vorgetragen wird, nun, dann bin ich gerne naiv, im dialektischen sinne...."


A party conference can be many things: A show of confidence, an agonising reapraisal, or, as in (this) case, a series of auditions by pretenders to the throne while the lost leader withers before our very eyes.

Pretender one - intelligent, sensitive, caring - all in the same sentence, i bet you

Donnerstag, 13. Februar 2014

Minus 18

Durch's graue berlin 

Beim grilltürken, nachmittags stopover, smaragdgrüne klosteine, da fällt mir die wunderbare gästetoilette im sagret equatorial hotel in nairobi mit den schönsten klosteinen in kenia ein, der duft war geradezu sedierend, der jeden tag frisch zwischen die handwaschbecken gestellte schnittblumenstrauss konnte sich so nur visuell bemerkbar machen, long gone, und nicht zu vergessen, das beste nyama choma der ganzen stadt:




Währenddessen sprangen nebenan im milimani betrunkene piloten verschiedener russischer nach-wende-airlines in den pool, dazu gab's chicken in a basket und bernard's kluge kommentare zum kenianischen rechtssystem, long gone


You don't know me, you never did. I am not seeking forgiveness....

Mittwoch, 12. Februar 2014

Minus 17

Die Einen

brauchen sonnenschein, wenn auch im februar, um ihren citoyengear - sonnenbrille, bart, kinderwagen und das kindlein, latte rauszuholen und sich als, tja, etwas zu fühlen und es dann auch gleich zu demonstrieren und allen mitzuteilen.





Die Anderen

besorgen fiat campagnolo ersatzteile vom scrapmarkt, kümmern sich um kleine schweine im schlamm und machen wurst.

Dienstag, 11. Februar 2014

Minus 16

Tja, 


auch der heutige tag ist nicht eben die krönung, nicht mal sonnenschein



Der kleine schwindel mit dem schnee sei erlaubt...

Montag, 10. Februar 2014

Minus 15

Montag?






Montag!

Minus 14

Sonntag


Sonne, sonne, sonne und dreirädrige kinderwagen, jugend, wohin man sieht. Und doch:

Mayor elect: "2014, the world belongs to the young"
Nucky Thompson: "We'll let them think they do"




So macht der ganze social networking kram sinn: die, die von sich selbst denken, sie hätten es in der hand, sind doch die, welche von den anderen - bertelsmann stiftung, facebook - gesteuert werden.

Aber sie merken es nicht! Ist doch die gewährte individualität, die gewährte transparenz, die gewährte allgegenwärtige kommunikation ihr eigenstes und reicht deshalb auch aus, sich in immer wiederholenden wellen der eigenen wichtigen individualität zu versichern.

Samstag, 8. Februar 2014

Minus 13

Kondensat  


Donnerstag grandioses besäufnis mit r., ständige gegenseitige beteuerung, es mit dem booze nicht zu übertreiben. Im ergebnis wurden wir dann doch durch die analyse dessen, was in unserer unmittelbaren professionellen umgebung sich abspielt zum glase gezwungen:

Es ist nicht so sehr die erkenntnis, dass es nur (!) noch um den reinen machterhalt geht sondern vielmehr, wie dies organisiert ist. Keine politischen ideen oder konzeptionen sondern die persönlichen wohltaten - "it's a proposal you cannot refuse" - entwickeln die stärksten bindungskräfte und so werden die sogenannten sozialen medien zum ausschließlichen kommunikationsinstrument mit all seinen widerwärtigen ausprägungen.

Witzig!

Später dann, s. stößt dazu und zeigt ein wunderbar ätherisches bild von tilda swinton.

Freitag ganz der madison avenue gewidmet, einkäufe mit verkatertem kopf machen nicht wirklich spass.


Nam june paik revisited: 



Typ kommt mit einem einkaufswagen, darin ein alter röhrenfernseher, die strasse entlang. Vor meinem haus hebt er mit elegantem schwung den fernseher aus dem einkaufswagen und in einer einzigen bewegung schleudert er ihn gegen die akazie am straßenrand. Der so aufgebrochenen karkasse entnimmt er zielstrebig die hauptplatine, legt sie sanft im einkaufswagen ab und schiebt den wagen, ein lied pfeifend, die straße in richtung osten weiter.

Donnerstag, 6. Februar 2014

Minus12

U-Bahnfahrt 


in die vergangenheit, vom nollendorfplatz nach dahlem, bin jetzt schon gespannt, wie die studenten der gegenwart aussehen!



Was zu erwarten war, alle waggoninhalte sehen aus wie der wartesaal einer pr-agentur. Der zug leert sich am thielplatz, die rennen alle ins bwl-seminar.

Später dann, ich vergaß, schwarze limos, schwarze klamotten, schwarze brillen, bärte und berlinaleumhängetaschen, ja, die xy-sten internationalen filmfestspiele fangen an und all die mediokren "kreativen" überschwemmen samt ihrer insignien die strassen, krampfhaft das odor des "dazugehörens" verströmend.

Früher: Jon Jost, Schlingensief, Fassbinder, all the vermeers in new york, die letzten vierundzwanzig stunden im führerbunker und heute?








Mittwoch, 5. Februar 2014

Minus 11

Einen Bogen schlagen?





Arch of the diver, bowman?

Dienstag, 4. Februar 2014

Minus 10

Resigniert? Resignation!



Toll: baumlang und teil-afro, sieht aus wie eine figur von den Osterinseln, 

Sah in der u-bahn besser aus
steht in der u-bahn und glotzt auf sein streicheltelefon.

Bei seinem anblick verstehe ich plötzlich erich von däniken, ich blicke mich um und suche nach dem landeplatz, nichts zu sehen.

Montag, 3. Februar 2014

Minus 9

Lustiges gespräch 


zur verantwortung gegenüber heranwachsenden. War es vor dreissig jahren - prä 80er - die richtige entscheidung, aus der provinz nach berlin zu ziehen, 




sollte man heute zur umgekehrten migration raten.

Bildungs-, unterhaltungs- und millieuseitig haben die mittel- und kleinstädte vor allem süddeutschlands doch einiges mehr zu bieten als die komplett verblödete “hauptstadt”:




Oder?

Sonntag, 2. Februar 2014

Minus 8

Der schnee ist weg, 


regen, regen, regen. Durch die glastür des paradieses scheint etwas madonnenhaftes.....fürstenresidenz eben.





Reisenachrichten und listen gehen mir das ganze wochenende durch den kopf, niemand schreibt mir aus feuerland, die besten mangos gibt es in kainuk und nie habe ich einen schöneren sonnenaufgang gesehen, als in Eliye Springs. Eyelids of morning.

Samstag, 1. Februar 2014

Minus 7



Ein Samstag



Schneebedeckte felder, endmoränen mit grasenden gänsen, alles in ordnung? Vordergründig, wie immer....

Und dann?




Hey, hey, Woodie Guthrie, i wrote you a song, 
'bout a funny old world that's coming along. 

Seems sick and it's hungry,
it's tied and it's torn.

Kaum hat sich das eine ende angekündigt, stehen schon die nachfolger nervös in den startlöchern, oh my.